Der schmale Grat zwischen Erfolg und Niederlage

Die Bereitschaft alles für einen Traum zu geben und konkrete Schritte setzen um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, sind wohl die Grundvoraussetzungen für den Erfolg eines Vorhabens. Trotzdem ist dies noch lange keine Garantie dafür wirklich zu gewinnen, sondern auch eine große Wahrscheinlichkeit verdammt viel zu verlieren. Wenn Träume platzen, macht sich ein Gefühl breit, das sich mit dem Verlust eines guten Freundes, eines treuen Wegbegleiters oder einem Stück seiner Selbst vergleichen lässt.

Mein Projekt DoloLine, die Erstbefahrung eines berühmten Dolomiten Gipfels mit Ski ist für 2018 Geschichte. 1 einhalb Jahre Vorbereitung, viele schlaflose Nächte und hunderte von Trainingsstunden liegen hinter mir.
Unzählige Male bin ich am Fuß der Wand gestanden um die Linie zu studieren, etliche Sommerbegehungen habe ich genutzt, um mir jeden Stein und jede etwaige Schwierigkeit in mein Gedächtnis einzuprägen. Viele Autokilometer liegen hinter mir um Sponsoren von dem Vorhaben zu überzeugen und eine „große Sache“ daraus werden zu lassen. Natürlich ist auch einiges an privaten Geld geflossen. Unbezwingbar große Hürden haben sich in den Weg gestellt und doch habe ich nie aufgegeben und bin weitergegangen. Der Wille dieses Ziel zu erreichen ging so weit, dass ich mich unzählige Male bis zur vollständigen Erschöpfung gequält habe, wenn ich wieder einmal nach einem langen Arbeitstag eine 3 stündige Trainingseinheit eingeschoben habe, um bis spät abends noch für das Studium zu lernen. 70 Stunden Wochen waren in dieser Zeit der Vorbereitung auf mein Vorhaben keine Seltenheit, eher die Regel. Klarerweise habe ich dies alles freiwillig gemacht, habe ich alles gerne gemacht und würde ich auch alles jederzeit wieder machen.
Dennoch bin ich an meinem Vorhaben gescheitert. Ob Erfolg oder Niederlage, der Einsatz der hinter einem derartigen Vorhaben steckt bleib stets der Selbe. 1einhalb Jahre Fokus ganz auf mich. Noch nie durfte ich soviel über mich selbst und über andere Menschen lernen. Durfte lernen wie wichtig Freundschaft ist aber auch was es heißt vor manchen Menschen besser einen gesunden Abstand zu wahren. Über 60 Freeride- Touren, Steilabfahrten und Skitouren habe ich diesen Winter abgespult. Ein großes Privileg wenn man bedenkt, das dies neben Beruf und Studium möglich war.

Die Natur kann man nicht besiegen, man muss sie respektieren

, dies wurde mir unweigerlich und brutal vor Augen geführt. Die hohe Lawinengefahr im Winter und der plötzliche rasante Temperaturanstieg im April haben das Vorhaben scheitern lassen. Einige Male habe ich es versucht, jedesmal musste ich leider umkehren, da die Gefahr zu groß gewesen wäre das eigene Leben zu riskieren.

An dieser Stelle möchte ich mich bei unzähligen Menschen bedanken, die mich die letzen 1 einhalb Jahre großartig unterstützt haben. Danke an meine Freunde, die trotz meiner gering entgegengebrachten Zeit stets zu mir gehalten haben. Danke an Nora, die auch dann noch an mich geglaubt hat, als alles schief gelaufen ist. Danke an Alli, Renate und Roman, ohne die das Projekt niemals zustande gekommen wäre. Danke an Ruth für die Starthilfe. Danke an Daniel für die coole Website. Danke an Ando und Juli, die meinen Körper erfolgreich auf die extreme Belastung vorbereitet haben. Danke an Pierre und Roman für die mentalen Tipps. Danke an all meine Sponsoren ohne die das Ganze nicht möglich gewesen wäre. Besonders Danke an Armin, Thomas und Philipp. Danke an Familie Schneeberger, die meine Leidenschaft unterstützen und mir perfekte Trainingsbedingungen zur Verfügung stellen. Danke an meine Familie, die mein Hobby versuchen zu verstehen.

Ich freue mich nun auf den Sommer, werde meinen Fokus auf andere spannende Dinge legen, um wieder Kraft zu tanken für die kommende Saison.

©Photo Thomas Monsorno

1 Kommentar

  1. Roland Kirchler sagt:

    Bravo Simon des zoagt di wahre Stärke. Um sei Umwelt und de Natur richtig kennenzulernen braucht‘s Zeit und Geduld dann kimmt a als andare fu selba. Gfrei mi scho mea auf a Tour mit dia 😀😀

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